SINUS Text 96

Angelika
Christ & Steven Goldner
Checkliste
zum Schutz gegen die giftige
Medizin mit dem Namen ‘Scientology’
Nahezu
alle Erwachsenen in Deutschland sind gegen Scientology. Diese
Situation gefällt uns, denn Scientology bzw. die sogenannte
‘Technologie’ des Scientology-Erfinders L.Ron Hubbard halten wir
für extrem schädlich. Daß die Öffentlichkeit und
weite Teile der Bevölkerung heute so denken, geht zweifellos auf
das Konto der Scientology-Kritiker. Öffentliche
Aufklärungsarbeit hat viel bewirkt.
Worin
besteht die Gefahr durch Scientology und deren
Wirtschaftsorganisation ‘W.I.S.E.’?
Allerdings:
Wenn Sie Otto Normalbürger fragen, aus welchen Gründen er
Scientology ablehnt, kommt eher eine unklare Antwort, als eine Reihe
von konkreten Argumenten. Hier sind einige Gründe aus unserer
Sicht:
-
Das
Ziel ist eine Gesellschaft, in der die Menschen nicht mehr gleiche
Rechte haben.
-
Die
"Religion“ wird als Deckmantel benutzt, um das Interesse an
Macht und Geld zu verschleiern.
-
Der
"Test“ vermittelt den unzutreffenden Eindruck, daß
jeder schwere Defizite hat.
-
Das
"Auditing“ ist gefährlich, weil Laien mit
psychotherapeutischen Methoden hantieren.
-
Die
Gehirnwäsche erzeugt ein Schwarz-Weiß-Bild von der Welt
und verändert das Denken und Sprechen negativ.
-
Das
System macht unrealistische Versprechungen und schürt
unrealistische Hoffnungen.
-
Die
Mitarbeit führt häufig zu seelischer Abhängigkeit,
Zerstörung privater Beziehungen und langfristiger Verschuldung.
-
Die
"Hubbard-Technologien“ senken meistens die
Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter, erschöpfen sie oft bis
zum Erkranken und führen vielfach Betriebe in den Ruin.
-
Das
interne Gerichtswesen baut systematisch Angst und Demütigungen
auf.
-
Die
Kritiker werden als "Feinde“ eingestuft und mit
verabscheuungswürdigen Methoden bekämpft.
Daß
Otto Normalbürger allenfalls einen oder zwei dieser Punkte
aufzählen kann, halten wir für unproblematisch. Man braucht
ja auch kein Arzt zu sein, um AIDS für gefährlich zu
halten. Und man braucht kein Techniker zu sein, der das Innenleben
von Autos kennt, um sich den Gefahren zu stellen, die einem
Fußgänger beim Überqueren der Straße drohen.
Wir
arbeiten primär im Bereich der Wirtschaft. Hier geht es am
häufigsten um die Frage, ob ein externer Trainer oder Berater
zur Firmenkultur und ihren Qualitätsansprüchen paßt.
Selbsthilfe
beim vorbeugenden Schutz
Die
Lösung kann im Bereich der Wirtschaft nur gelingen, wenn es eine
Analogie gibt, wie wir sie eingangs bei den Themen AIDS und
Fußgängern angedeutet haben: Welche Schutzmöglichkeiten
haben Laien angesichts der drohenden Gefahren von ‘Sekten’ und
Psychokulten? Welches einfache, d.h. für den Laien unmittelbar
verständliche und anwendbare Schutzverhalten gibt es?
Vertraglicher
Schutz: Distanzierung zu Scientology
Zunächst
gibt es eine simple Erklärung mit sehr gezielten Punkten, die
von Ursula Caberta entwickelt wurde und extrem trennscharf
Scientologen von Nicht-Scientologen unterscheidet: Scientologen
verweigern dem folgenden Text die Unterschrift:
"Ich erkläre
hiermit,
-
daß ich bzw. meine
Firma nicht nach der Technologie von L. Ron Hubbard arbeiten,
-
daß weder ich noch
meine Mitarbeiter nach der Technologie von L. Ron Hubbard geschult
werden bzw. keine Kurse und/oder Seminare nach der Technologie von
L. Ron Hubbard besuchen,
-
daß ich die
Technologie von L. Ron Hubbard zur Führung eines Unternehmens
ablehne und,
-
daß ich nicht
Mitglied der IAS (= International Association of Scientologists)
bin.
Alle Aussagen gelten auch
für die Vergangenheit. Sollte sich eine Aussage als unwahr
herausstellen oder in Zukunft verletzt werden, stellt dies einen
wichtigen Grund zur Kündigung dieses Vertrages dar."
In
unserem Buch "Scientology im Management" haben wir eine
Checkliste entwickelt, mit der sich die Wirtschaft vor schädlichen
und deshalb unerwünschten Einflüssen schützen kann.
Inzwischen gibt es viele Unternehmen, die diesen Weg nicht nur für
sinnvoll halten, sondern auch selbständig und erfolgreich
beschreiten.
In
der Zusammenarbeit mit vielen Firmen haben wir festgestellt, daß
die im Buch enthaltene Liste noch weiter vereinfacht werden kann. Auf
einzelne Punkte können wir inzwischen verzichten, andere lassen
sich zusammenfassen.
Die
folgenden Fragen können Sie in verschiedenen Situationen Ihres
betrieblichen Alltags verwenden; besonders wenn es um Externe Trainer
und Berater geht. Je nach Situation können Sie so viele Fragen
auswählen, wie es Ihnen sinnvoll erscheint, um die Entscheidung
mit Sicherheit zu treffen.
Prüfpunkte für
TRAINER & BERATER
01 Werdegang
Verfügt
die Person über einen angemessenen Werdegang? Bringt sie eine
mindestens dreijährige Erfahrung für diese Aufgabe mit?
02 Referenzen
Verfügt
die Person über nachprüfbare und seriöse Referenzen?
03 Scientology-Begriffe
Benutzt
oder kennt die Person folgende Begriffe: Dianetics,
Hubbard-Technologie, L. Ron Hubbard? Werden diese Namen und Verfahren
eindeutig abgelehnt?
04 Distanzierung
Reagiert
die Person positiv und unterschriftsbereit auf den Text, der ein
Benutzen scientologischer Methoden ausschließt?
05 Erfolgsmessung
Auf
welche Art stellt die Person Erfolge fest? Werden Statistiken
exzessiv und für belanglose Dinge eingesetzt?
06 Aufdringlichkeit
Erfolgt
die Akquisition mit häufigen Kontakten und aufdringlich? Klingt
die Ansprache anmaßend oder vorwurfsvoll bei Skepsis?
07 Persönlichkeitstest
Verwendet
oder empfiehlt er einen Persönlichkeitstest? Mit unzulässigen
Fragen? Mit 200 Fragen? Von der Firma U-Man?
08 Weiterbildung
Welche
außerfachlichen Seminare und Kurse absolvierte die Person? Was
können Sie erfahren über Themen, Veranstalter, Dauer,
Häufigkeit, Kosten, Lernergebnisse?
09 Konfliktlösungen
Schildern
Sie zwei oder drei firmenspezifische Konfliktsituationen aus dem
Themenbereich, um die es geht! Es ist nahezu unmöglich, sich auf
diese Frage vorzubereiten. Paßt die Antwort zu Ihren
Vorstellungen und zur Kultur Ihrer Firma? Oder enthalten die
Antworten eine kurzfrisitige Sichtweise, Rücksichtslosigkeit
und
dramatische Konsequenzen?
10 Vorbilder
Welche
Personen, Theorien und Konzepte geben der Person in besonderem Maße
Orientierung für ihre berufliche Tätigkeit? Achten Sie
besonders auf Antworten mit unbekannten Begriffen und Namen oder
solche,
die Sie ablehnen!
11 Euphorische
Empfehlung
Erhielten
Sie von einer vertrauenswürdigen Person eine euphorische
Empfhelung?
War
der Name Ihnen vorher unbekannt?
12 Versprechungen
Geht
es beim Angebot um grund-legende Veränderungen? Soll bei
Mitarbeitern die Persönlichkeit anders werden? Wird versprochen:
Karriere, Reichtum, schneller und massiver Erfolg?
13 Qualitätsnachweis
Wird
eine wissenschaftliche Absicherung behauptet, ohne Beweise
vorzulegen? Erhalten Sie Erfolgsquoten von über 95%? Werden
andere Beratungs- und Trainingsansätze lächerlich gemacht?
14 Menschenbild
Werden
Ihre Mitarbeiter in ein schlechtes Bild gestellt? Werden Ihnen eine
'härtere Gangart', 'Drill' und eine 'strenge Hand' angeraten?
Klingt das Menschenbild nach 'gut' und 'böse'?
15 Verweigerter
Einblick
Wird
Ihnen die Frage nach den Methoden und Abläufen ausweichend
beantwortet? Wird Ihnen verweigert, einen Seminartag zu beobachten?
Haben Sie Anzeichen dafür, daß es entwürdigende
Regeln im Seminar gibt?
Welchen
Nutzen und welche Grenzen hat so eine Checkliste für Sie?
Einfache
Schutzmaßnahmen zum Erkennen und Abwehren von schädlichen
Methoden können Sie also innerbetrieblich und ohne Experten
angehen. Konkret bedeutet das für Sie:
-
Bei
einfachen Fragen („Passen diese Seminare in unser Konzept der
Personalentwicklung?“), die bereits anhand äußerlicher
Erkennungsmerkmale beantwortbar sind, helfen Sie sich selbst.
-
Wenn
es um schwierige Dinge geht („Eine Führungskraft drängt
immer mehr Leute in obskure Seminare. Was können wir dagegen
tun?“), benötigt Ihre Firma einen externen Experten, der
die ‘Programmierung’ vom Psychokult kennt, weil er über
Wissen und Erfahrung verfügt, sowie aktualisierte Informationen
über ein Experten-Netzwerk gezielt abrufen kann.
Wenn
Sie auf die richtigen Signale achten:
Was
soll Ihnen dann noch passieren?
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veröffentlicht
in: Sinus, Forum, Spezial 10
auch
veröffentlicht bei Machwürth Perspektiven Oktober 1996
Angelika
Christ & Steven Goldner (Hrsg.)
Sekten
in der Wirtschaft
Wie
man sich vor Scientology schützen kann
Mit
Beiträgen von: Ursula Caberta, Kurt-Helmuth Eimuth,
Rainer
Fromm, Klaus Kühlewind
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